für ein… Überleben?

für ein… Überleben?

Er steht ruhig da, hat eine weiße Maske auf.
Das Zeichen des Sieges.
Rund um ihn Menschen, alle jubeln sie.
Es ist ein grausames Spiel.

 

Der Jubel verstummte in seinem Kopf und die Gedanken kreisten sich ein, um beschleunigt zu einer Form zu werden.

Hätten wir nicht gewonnen, würden wir nicht daran denken die besten zu sein und noch weiter trainieren?
Hätten wir nicht gewonnen, gäbe es keine anderen, die uns zu besiegen wünschen.
Hätten wir die Waffen einfach niedergelegt, damals?

Dieser Kampf lähmt alles, lässt keine Spielräume zu.
das Schöne,
das Neue,
abseits gestellt,
für ein… Überleben?

Eine Maske die alles verbirgt, unser wahres Ich.
Auch unsere Wünsche und Träume haben bereits abseits weit weg einen Platz gefunden.
Ich sehe sie nicht mehr, sind sie gegangen?

Die Freiheit ist in uns, der Kampf war die Falle und der Sieg hat sich mit falschen Federn geschmückt.
Die Federn eines Vogels und auch den gibt es schon lange nicht mehr, sind alle ausgestorben, vor langer Zeit.

Eine reine Maske, weiß, sauber und ohne Inhalt und die Augen dahinter?
Sie schreien den Blick des Verständnis durch die Maske hindurch nach außen.

Jetzt wissen wir, denke ich, wissen wir den anderen, der uns Hilft frei zu sein.
Bewegung unser Ziel, Verständnis unsere Lernhilfe, Loslassen der Antrieb damit Neues entstehen könnte.
Schnelle Gedanken, klare Gefühle zusammen verschmolzen in dem Kreislauf des Körpers.
So lange hatten wir gekämpft, es sollte ein Ende nehmen, vielleicht hier.
Was hat es uns genommen, zu viel ist verloren worden für diesen einen Moment.

Und die Liebe?
Falsch erhofft,
kein Raum,
keine Zeit zum Sprießen.
Der Sieg hat uns vorangetrieben, hat uns geblendet.
Die Maske hat uns die Sicht genommen, und doch haben wir gewonnen.
Verstanden sind wir nicht vom Schlachtfeld gegangen.

Und das Leben?
Wir haben es nicht begreifen wollen,
alles Wiederholungen,
wie traurig.
Einfach wäre es gewesen, hatte den klaren Gedanken, hatte das Gefühl, andere Zustände.
Nur wieder vergessen, immer wieder vergessen, der Vogel hat alles mitgenommen, alle sind gegangen.
So viel vergessen, warum nur, so beschränkt, so schmerzhaft und un-jung. Da kommt die Angst, das Vergessen, immer wieder.
Damals als die Vögel noch Ihre Kreise in die Lüfte zeichneten,
dieser Moment, alle wussten es.
Hätten wir nicht gewinnen wollen.
Die Wende hat keine Chance bekommen.

 

Der Jubel, da ist er wieder,
Übelkeit und Schwere schleichen sich ein, Gedanken reduziert.
Er nimmt seine Maske ab lässt sie fallen, lässt sich fallen, unverstanden,
ein grausames Spiel,
zu viel vergessen zieht er sein Messer,
lässt sich fallen,
auf seinen letzten Schmerz.

14.07.2013
© Moritz Oliver Benatzky